Forbidden Internet Love
Diese Geschichte ist von meiner Freundin Natsu von asgard-ruinen.de.vu geschrieben. Mir gefällt diese Geschichte sehr und deswegen möchte ich sie euch nicht vorenthalten. Sie ist noch nicht beendet, also werden später noch weitere Kapitel folgen.

Kapitel 1:

Es war ein trüber Herbsttag. Die Wolken waren allesamt grau und jeden Moment könnte es zu Regnen anfangen. Gelangweilt saß Roxas auf der Terrasse und starrte in den Himmel. Er hatte seinen Schlüssel vergessen und saß nun da, in der Hoffnung, seine Mutter würde endlich kommen. Eigentlich müsste sein Vater im Haus sein, doch dieser würde wahrscheinlich immer noch seinen Rausch von der letzten Nacht ausschlafen. „Der Alte verträgt nichts mehr!", dachte Roxas, als er ihn morgens heimkommen gesehen hatte. Er hatte geschwankt und anschließend eine Vase umgeworfen. Sichtlich genervt murmelte er verärgert vor sich hin und legte sich dann auf das Sofa. Innerhalb von Sekunden war er eingeschlafen.

Es war nun schon 3 Uhr mittags, folglich schlief sein Vater schon knapp 10 Stunden. Seufzend überlegte Roxas, ihn wach zu klingeln. Doch er wusste genau, dass dies nur wieder in einem „ernstem Gespräch" enden würde, und darauf hatte er nun wirklich keine Lust mehr.

Kurz fuhr sich Roxas mit der Hand durch seine kurzen, schwarzen Haare und stand anschließend auf. Er hatte bereits genug gewartet und wollte nicht länger still sitzen bleiben. Erst überlegte er noch, wo er hingehen sollte, dann setzte er sich in Bewegung Richtung Einkaufszentrum. Auf seinem Weg dorthin betrachtete er die Gegend. Die Bäume hatten bereits fast alle Blätter verloren. Die zu einem Haufen zusammengefegten Blätter lagen verstreut auf der Straße herum. Wahrscheinlich hatten ein paar Kinder mit den Blättern gespielt. Ein Stück weiter stand eine alte Frau in ihrem Hof und schimpfte mit 3 Kindern, die noch immer Blätter in ihren Händen hatten. Eins der Kinder schien zu weinen, die anderen 2 sahen die Frau nur wütend an. So wie die Lage schien, würde die Frau schon bald einige Blätter in ihren Locken haben.

Schulter zuckend lief Roxas mit den Händen in den Hosentaschen weiter. Er wusste, dass es nichts bringen würde, den Kindern zuzusehen. Es würde ihn wahrscheinlich nur noch mehr langweilen.

Nach einer halben Stunde war er endlich am Einkaufszentrum angekommen. Und keine Sekunde zu früh: Als er schon fast drinnen war, fing es an zu regnen. Einige Mädchen, die etwas weiter hinter ihm liefen, ließen einen kleinen Schrei von sich vernehmen und hasteten in das große Gebäude. Einige Jungs standen am Eingang. Schon von weitem konnte Roxas seine Klassenkameraden erkennen und seufzte schon im voraus. Er wusste genau, dass sie ihn sehen und sich wieder über ihn lustig machen würden.

Und er hatte Recht: Sobald er nur noch 5 Meter entfernt war, stieß einer der Gruppe den anderen und zeigte in Roxas Richtung, grinste und entfernte sich. Er stellte sich genau in Roxas Weg, wobei er das fette Grinsen beibehielt. „Na, du Schneemann, hast du deine Mami verloren?" Dann sah er zu seinen Freunden und lachte heiter mit ihnen.

Roxas jedoch verzog noch nicht einmal einen Miene. Er war es gewöhnt, wegen seiner Blässe dumme Kommentare zu hören zu bekommen. Er schob den Jungen aus dem Weg und lief durch den Eingang. Er hörte noch ihre Gelächter, selbst, als er schon in dem Haus war. Erneut entließ er einen kleinen Seufzer und setzte sich dann wieder in Bewegung.

Nach einer halben Stunde kam er an einem X-Tra-X Laden vorbei, in dem es hauptsächlich Gothicklamotten, Accessoires und mehr gab. Er blieb stehen und sah sich den Laden an. Dies war ein er seine Stammläden, und er überlegte, ob er hinein gehen sollte. Noch während er überlegte, ertönte eine laute Stimme hinter ihm. „Bleib stehen!" Abrupt zuckte er zusammen und drehte sich dann um. Schon an der Stimme hatte er erkannt, dass es der Junge von vorhin war, der sich ihm in den Weg gestellt hatte. Doch dieses Mal war er nicht hinter Roxas her. Eine Gestalt bewegte sich mit raschen Tempo auf Roxas zu. Die Person trug eine seltsame Kappe und hatte sich diese tief ins Gesicht gezogen; wohl um nicht erkannt zu werden. Eine kurze Weile betrachtete Roxas die Person, dann ihr Verfolger, dann wieder die Person. Mit einem Grinsen watete er, bis die Person nahe genug da war, dann packte er sie am Handgelenk und wirbelte sie herum. Die Person ließ einen kleinen Schrei von sich vernehmen, doch Roxas zwinkerte ihr zu. „Vertrau mir!" Dann griff er zu einem Ständer, auf dem diverse Ketten standen und warf diesen um, sodass der Verfolger fluchend ausrutschte und auf den Boden fiel.

Lachend drehte Roxas sich um und lief mit der fremden Person schnell weiter. Doch das „Verdammt, Roxas, das bekommst du zurück!" konnte er noch deutlich hören.

Kapitel 2:

So schnell es nur ging drückte Roxas sich und die fremde Person durch die Menschenmasse. Der Junge, der den beiden fluchend nachlief, hatte sich schnell wieder aufgerappelt und lief in einem Wahnsinnstempo hinterher. Roxas störte dies jedoch nicht, er hatte eine ziemlich gute Ausdauer. Doch er merkte auch schnell, dass die Person, die er noch immer festhielt, nicht so gut in Sachen Sport war. Sie atmete heftig und schien schon bald langsamer zu werden. Roxas wusste genau, was dann passieren würde. Während er noch immer lief, sah er sich nach einem Versteck um. Doch das einzige, was er sah, waren Menschen.

„Bleibt stehen! Ich kriege euch doch auch so!" Die Stimme des Jungen verlor sich fast in den Stimmen der umherwandernden Menschen. Trotzdem konnte Roxas sie genau hören. Langsam wurde es eng. Er sah sich noch immer suchend um, bis die Person plötzlich zu einem Schild zeigte. „Parkhaus." Das war das einzige, was sie sagte. Doch Roxas verstand sie und lief dann in die Richtung des Schildes. Das Parkhaus war groß genug, um sich darin zu verstecken. Und es hatte auch genügend Notausgänge. Doch erst mal mussten die beiden dorthin gelangen. Ohne länger zu Zögern quetschte Roxas sich durch die Menge und lief noch schneller zum Parkhaus. Der Verfolger merkte dies und änderte ebenfalls seine Richtung. Jetzt war er ihnen noch näher gekommen. Seine Stimme war immer deutlicher zu hören und als Roxas kurz nach hinten sah, konnte er sogar kurz sein Gesicht sehen. Die Person sah ebenfalls nach hinten und entdeckte ihn ebenfalls. Panik schien in ihr aufzusteigen und sie sah zurück zu Roxas. Dieser sah mit einem kleinen Grinsen wieder nach vorne und lief dann weiter.

Endlich konnte er von weitem die Tür sehen. Sie war nur noch ein kleines Stück entfernt und schon zum Greifen nah. Flink griff Roxas nach der Tür, stieß diese auf und flüchtete in das weitläufige Parkhaus. Die Tür knallte hinter den beiden zu und sie liefen weiter, bis sie sich hinter einem größerem Auto verstecken konnten. Dort setzten sie sich geduckt auf den Boden. Erst dann ließ Roxas das Handgelenk der Person los und versuchte seinen Atem zu beruhigen. Angestrengt horchte er, ob er Schritte hören konnte.

Und tatsächlich: Die langsamen Schritte hallten überall im Parkhaus wieder. Das Atmen des Jungen war ebenfalls zu hören. Kurz schluckte Roxas, dann sah er zu der Person, die hektisch atmete. Sie schien sich nicht beruhigen zu können. Sollte der Verfolger ihren Atem hören, wären sie geliefert. Schnell sah sich Roxas nach einem Notausgang um. Die Person strich sich über die Stirn und versuchte scheinbar, sich zu beruhigen. „Keine Sorge.", sagte Roxas so leise, dass es hoffentlich nur die Person hören konnte, „ich hab so was schon oft gemacht. Wir kommen hier weg, ohne, dass uns etwas passiert." Das Grinsen war noch immer nicht verflogen und schien sogar etwas größer geworden zu sein. Die Person sah ihn mit leicht geöffnetem Mund an und nickte dann nur kurz.

„Ich weiß, dass ihr hier seid!" Laut ertönte die Stimme des Jungen. Es schien, als wäre er ganz in der Nähe. Roxas widmete sich wieder der Suche nach einem Ausweg. Als sein Blick nach rechts ging, konnte er eine Ecke sehen. Normalerweise müsste es dort auch einen Notausgang geben, schoss es ihm durch den Kopf. Dann beugte er sich etwas weiter auf den Boden, spähte unter dem Auto hindurch und entdeckte auch sogleich, wonach er Ausschau gehalten hatte. Die Beine ihres „Jägers". Er lief langsam durch das Parkhaus.

Kaum dass er dies gesehen hatte, setzte sich Roxas wieder wie zuvor hin und sah dann zu der Person. „Hast du einen Stein? Oder etwas ähnliches?" Er erwartete nicht wirklich, dass irgendjemand so etwas bei sich trug. Doch dieses Mal irrte er sich: Zu seiner Überraschung zog die Person einen Stein aus ihrer Tasche. Er war etwa so groß wie die Handfläche der Person und sah auch nicht irgendwie besonders aus. Sie hatte ihn einfach so dabei, als wäre es etwas kostbares.

Zwar reichlich verwundert, dennoch froh darüber, nahm Roxas den Stein entgegen und deutete dann in die Richtung in der die Ecke war. Er wies der Person somit an, sich bereit zu halten. Dann sah er kurz über das Auto hinweg und erkannte so, in welche Richtung der andere Junge gerade sah. Glücklicherweise stand dieser mit dem Rücken zu der hoffnungsvollen Ecke. Roxas ging wieder in die Hocke und warf dann den Stein in die Richtung seitlich neben dem Jungen; jedoch so, dass er die 2 nicht entdeckten konnte. Dieser vernahm das Geräusch und horchte kurz, wo der Aufschlag zu hören war. Dann schlich er noch leiser und mit angehaltenem Atem in die Richtung.

Roxas erkannte dies sofort, griff erneut das Handgelenk der Person und lief dann so schnell und gleichzeitig geräuschlos los, wie er nur konnte. Die 2 näherten sich schnell der Ecke, und Roxas warf einen schnellen Blick über seine Schulter. Der Junge suchte die beiden noch immer in der Richtung, in die der Stein geflogen war. Das Grinsen, welches Roxas Gesicht kurze Zeit verlassen hatte, kehrte zurück und er zog die Person weiter bis zur Ecke.

Kaum waren sie dort, bogen sie um diese und sahen auch sogleich das Schild eines Notausganges. Das Glück schien es gut mit ihnen zu meinen, und die beiden gingen schnell durch die Tür. Der Junge erkannte zwar bald, dass sie ihn reingelegt hatten, machte sich aber nicht auch noch die Mühe, ihnen weiterhin zu folgen.

Hinter der Tür lag ein größeres Treppenhaus. Roxas besah sich der Stufen und ließ dabei das fremde Handgelenk los. Gerade, als er etwas sagen wollte, rauschte die Person mit einem leisen „Danke" an ihm vorbei, die Treppen nach oben. Den verblüfften Roxas ließ sie dabei einfach stehen. Dieser brauchte noch einen Moment, bis er sich nachdenklich an die Wand lehnte. Während er nachdachte, folgte sein Blick den ersten Stufen nach oben. „Wer war das wohl?" Leise murmelnd stieß er sich wieder von der Wand ab und ging dann, ohne es wirklich zu merken, die Treppen nach oben.

Ihm war aufgefallen, dass die Person kaum geredet hatte. Nur 2 Mal, und immer nur ein einziges Wort. An den kurzen Momenten, in denen er sie gehört hatte, konnte er nicht sagen, welchem Geschlecht sie angehörte. „Das würde aber so oder so nichts daran ändern, dass wir soeben noch zusammen geflohen sind..." Noch immer tief in Gedanken war er schon die Hälfte der Stufen empor gestiegen. „Ich wünschte, ich hätte meinen Totenschädel mitgenommen..." Nun hatte er schon das Ende der Treppe erreicht, bis er merkte, wo er war. Wie angewurzelt blieb er stehen und sah sich verwundert um. „Wieso zum Geier bin ich hier hoch gegangen?" Er kratzte sich am Kopf, dann zuckte er mit den Schultern und stieß ohne weiter nachzudenken die Tür zum Dach auf.

Dort ging er durch diese und sah auch schon die Person von hinten, mit der er eben noch im Parkhaus war. Langsam wollte er die Tür schließen, als er sah, dass sie ihre Kapuze abnahm. Darunter kamen braune, längere Haare zum Vorschein, die dann auf ihrer Schulter ruhten. Die Person rückte sich die Kapuze zurecht und zog ihre Jacke aus. Unter diese kam eine dunkle Weste zum Vorschein, die ein seltsames Zeichen auf sich hatte.

Roxas musterte die Person genau und konnte sich schon denken, was sie war. Versehentlich ließ er die Tür los, welche mit einem lauten Knall zuflog. Erschrocken drehte sich die Person abrupt um. Nun war sich Roxas ganz sicher, dass die Person vor ihm ein Mädchen war, ungefähr ein Jahr jünger als er. Als er ihre furchtsamen, dunkelbraunen Augen sah, war er wie versteinert. Er konnte seinen Blick nicht von ihr nehmen; ebenso fixierte sie ihn gebannt, bis sie sich vollständig zu ihm umdrehte.

Kapitel 3:

Es dauerte eine Weile, bis Roxas sich wieder gefasst hatte. Die 2 starrten sich unentwegt und schweigend an. Das Mädchen war die erste, die etwas sagte. „Wieso bist du mir gefolgt?" Durch ihre Worte kam er zurück in die Realität. Nun konnte er auch ihre Stimme dem Geschlecht zuordnen. Noch immer den Blick auf sie gerichtet, antwortete er ohne lange zu zögern: „Weiß nicht." Mit so einer Antwort hatte sie nicht gerechnet. Sie stolperte einen Schritt zurück und sah ihn noch immer furchtsam an. „Ich bin dir zwar dankbar, aber wenn du etwas als Gegenleistung willst: Ich habe nichts!" Das Misstrauen ihm gegenüber war nicht zu überhören. Doch neben dem Misstrauen war auch ein Funke Einsamkeit in ihrer Stimme. Es dauerte wieder einen Moment, bis Roxas die Worte des Mädchens im Kopf verarbeitet hatte.

„Ich verlange nichts von dir. Wieso auch?" Dann verschränkte er grinsend die Arme hinter dem Kopf. „Es hat Spaß gemacht, ihn so an der Nase herum zuführen." Daraufhin wusste das Mädchen nichts zu sagen. Stattdessen sah sie sich nervös um, ehe sie langsam fragte: „Ist... hier sonst noch jemand?" Ihr eindringlicher Blick traf erneut auf den von Roxas, doch sie sah schnell wieder weg. Sie schien etwas schüchtern zu sein.

„Nein, außer uns hab ich bis jetzt niemanden hier oben gesehen." Dann sah er sich, nur um sicher zu gehen, nochmals um. Das Mädchen atmete erleichtert aus. Die Jacke, die sie angehabt hatte, ließ sie einfach auf den Boden fallen und sah dann wieder Roxas an; wieder nur solange, bis der Augenkontakt stand. Dann sah sie sofort wieder weg. „Und... wieso bist du nun gekommen?" „Ich sagte doch bereits, ich weiß es nicht. Ich bin einfach gelaufen."

Sie schien unsicher darüber zu sein, ob sie ihm glauben sollte oder nicht. Vielleicht dachte sie, Roxas wollte sie belästigen. Oder er würde ihr etwas stehlen wollen. Diese Art von Vorurteilen waren ihm nicht fremd. „Also schön, ich habe nicht vor, dir irgendetwas zu tun. Ich werde dich weder überfallen noch belästigen noch sonst was."

Erschrocken über seine Offenheit sah sie ihn wieder an. Sie hatte wirklich an so etwas gedacht. Wieso sonst sollte man ihr folgen. Aber dass er sie so schnell durchschaut hatte, ließ sie verstummen. Erst nach ein paar Minuten verbeugte sie sich. „Tut mir leid..." Dann stand sie wieder aufrecht und spielte nervös mit ihren Haaren. „Ich... wusste nur nicht... weil... dieser andere Junge..." Stotternd wanderte der Blick erneut zu Boden. Roxas verstand nicht so ganz, was sie meinte. Dass sie ihm wegen des anderen Jungen nicht gleich vertraut hatte, war ihm jedoch klar. Grinsend ging er auf sie zu, bis er nur noch 4 Schritte von ihr entfernt war. „Macht nichts." Kurz zuckte sie auf, erst dann registrierte, wie nah Roxas bei ihr stand. Sie schluckte kurz und sah weiterhin auf den Boden hinab.

„Was genau wollte er denn von dir?" Während er ihr diese Frage stellte, setzte er sich auf den Boden. Nun sah sie ihn wieder, schluckte kurz und setzte sich dann ebenfalls hin. „...Er hatte sich mir in den Weg gestellt... als ich ihm sagte, ich will da durch... fing er an sich aufzuregen... Ich hab ihn dann weggestoßen und na ja..." Seufzend fuhr sie sich mit der Hand durch die Haare. „Den Rest kennst du ja." Endlich sah sie wieder zu ihm, verbeugte sich nochmals und bedankte sich nochmals für seine Hilfe. Anschließend saßen die beiden wieder eine Weile schweigend nebeneinander. „Sag mal." Dieses Mal unterbrach Roxas die Stille. „Wie heißt du eigentlich?" Das Mädchen zuckte kurz zusammen, sah sich dann in alle Richtungen um und sah dann zu ihm zurück. Leise zog sie ein kleines Notizbuch und einen Stift aus ihrer Tasche. Sie hatte wohl viele Sachen in der Tasche, von Steinen zu Notizbüchern. Mit dem Stift schrieb sie ihren Namen auf eine Seite.. Sie schien noch immer Angst zu haben, der Junge wäre hier. Oder ist sie aus einem ganz anderen Grund so nervös? Wieso sah sie sich ständig um?

Als sie fertig damit war, ihren Namen zu schreiben, neigte Roxas den Kopf zur Seite und las die Buchstaben. „Natsu." In seinem Kopf wiederholte er den Namen, sagte ihn jedoch nicht laut. Anscheinend wollte sie nicht, dass es irgendjemand anderes wusste. Dann grinste er und nahm das Buch und den Stift. Er drehte es und schrieb über ihren Namen seinen auf. Sobald er fertig war, gab er ihr die Sachen zurück. Sie las den Namen und steckte das Buch dann wieder weg. „Roxas...", murmelte sie leise. Ihr schien der Name zu gefallen, denn sie lächelte leicht dabei. Sie schien sich nun etwas beruhigt zu haben und war weniger ängstlich ihm gegenüber. Zumindest erschien es Roxas so.

Nach einer Weile konnte man den Glockenschlag der Kirche hören. Sobald dies ertönte hob Natsu den Kopf und sah instinktiv auf ihre Uhr. Es war bereits 4 Uhr. Roxas grübelte darüber nach, ob seine Mutter nun endlich daheim war, als Natsu aufstand und zu ihrer Jacke ging. „Gehst du schon wieder?" Neugierig stand auch er auf und sah ihr beim Aufheben der Jacke zu. „Ja, ich muss." Sie zog die Jacke an, steckte ihre Haare zurück in die Kapuze und zog diese wieder auf. Roxas hatte wirklich keine Ahnung, weshalb sie das tat, sah es aber auch nicht für nötig, danach zu fragen. Stattdessen verschränkte er abermals die Hände hinter dem Kopf. „Soll ich dich begleiten? Bevor unser „neuer Freund" kommt." Verdattert sah sie sich um. „D-da gibt es nur ein Problem... Ich darf dir nicht zeigen, wo ich wohne... Das würde meiner Familie missfallen." „Missfallen? Was hast du denn für eine Familie?" Seufzend ging sie zu ihm und sah dann nochmals flüchtig auf die Uhr. „Eine strenge." Roxas wusste nicht, wie er die Antwort genau interpretieren sollte, wollte aber nicht länger danach fragen und ging zu der Tür. Als er diese aufmachte, standen 2 große Männer in schwarzen Anzügen davor. „Ups..." Als Natsu die Männer sah, zog sie die Kapuze noch etwas weiter in ihr Gesicht.

Die Männer sahen von Roxas zu Natsu, und dann wieder zu Roxas. „Wir suchen ein Mädchen mit braunen Haaren." Dann hob der Mann ein Bild hoch, auf dem das Mädchen abgebildet war. Dass es sich auf dem Bild um Natsu handelte, merkte Roxas sofort. Flüchtig sah er zu ihr. Dann schüttelte er den Kopf und wand den Blick wieder dem Bild zu. „Kennen wir nicht." „Und was macht ihr hier oben?" Der Mann schien nicht locker lassen zu wollen. „Wir gehen." Er sah zu Natsu und nickte ihr zu, damit sie herkam. Diese deutete das Nicken richtig und ging zu ihm. „Gehen sie uns bitte aus dem Weg!" Dann nahm Roxas Natsu wieder am Handgelenk und quetschte sich mit ihr durch die Männer.

Kapitel 4:

Zusammen liefen die beiden eine Straße entlang, die gen Ende der Stadt führte. Roxas hatte die Hände in der Hosentasche und betrachtete den Weg. „Du bist ja ziemlich begehrt.", sagte er in einem sarkastischem Tonfall. Die Angesprochene nickte nur schwach und sah sie erneut in alle Richtungen um. „Alle verfolgen sie dich. Bist du ein Star oder so was?" Bei seiner Frage legte sie verdutzt den Kopf schief. „Ein was?" Bei der Frage blieb er abrupt stehen und drehte sich zu ihr um. „Du weißt nicht, was ein Star ist?" Kopfschüttelnd ging sie kurz in die Knie, hob einen Stein vom Boden auf und steckte ihn sich in die Tasche. „Ist das was besonderes?" „Nun, ein Star ist jemand sehr berühmtes. Die kommen doch ständig im Fernsehen, oder bekommen von Fans Homepages gemacht." Die Augen des Mädchens weiteten sich und sie schien nun interessiert. Roxas hingegen war ziemlich schockiert. „Du... weißt doch, was das alles ist, oder?" Eifrig schüttelte sie den Kopf. „Ich kenne nur die Namen. Vater meint, wir bräuchten diese Hirnzerstörende Dinge nicht. Sie seien schlecht für die Atmosphäre in unserem Haus." „Das nenn ich streng..." Plötzlich begann Roxas zu lachen. Natsu wusste nicht genau, wieso er lachte. „Das ist witzig!" Der Junge beruhigte sich erst nach ein paar Minuten und blickte amüsiert drein. „Und was findet er noch ‚

„Hirnzerstörend"?"

Nachdenklich hob sie den Finger ans Kinn. „Da wären diese kleinen Dinger... Handys oder so. Und dann noch Computer an sich, vor allem das Internet soll schlimm sein. Dann noch die Zeitung und.... eigentlich so ziemlich alles, was nicht von uns geschaffen ist." „Von euch geschaffen?" Der kleine Seufzer, der ihr entfuhr, schien das einzige zu sein, was für eine Weile zwischen den beiden widerhallte. „Alles. Wenn er wüsste, dass ich einen Laptop habe und den Internetzugang unseres Oberhauptes angezapft habe..." „Oberhaupt? Angezapft?" Schnell schlug sie sich die hand auf den Mund und sah sich dann wieder um. Anschließend sprach sie mit leiser Stimme weiter. „ich dürfte eigentlich keinen Laptop haben, aber es hat mir keine Ruhe gelassen... „eure Welt". Ich hab es auch irgendwie hinbekommen den Internetzugang anzuzapfen... aber nun..." „Warte mal! Ihr sollt keine Medien oder sonstiges haben, aber der Boss hat einen Computer mit Internetzugang?" Empört nickte sie wieder. „Ist das nicht gemein? Wenn, dann sollten sich alle an diese Regeln halten!"

Unwillkürlich grinste Roxas und ging dann wieder weiter. „Ihr habt komische Regeln." Daraufhin bekam er keine Antwort; es schien sogar, als würde sie die Aussage absichtlich ignorieren. Nach einer Weile blieb sie wieder stehen und sah in eine Straßenabzweigung. „Da muss ich jetzt hin." Roxas blieb ebenfalls stehen und sah die Straße entlang. Es lagen nicht viele Häuser an dem Weg und er schien ewig weit zu gehen. „Nun... dann heißt es hier wohl Abschied nehmen, nicht?" Traurig nickte sie wieder und sah dann schweigend auf den Boden. Sie schien nicht gehen zu wollen, das spürte er genau. Vielleicht wollte sie nicht zurück, oder ihrer komischen Familie entfliehen. Er wusste nicht wirklich, was er sagen sollte, also dachte er scharf nach. Endlich fiel ihm etwas ein. „Du hast doch Internet, nicht wahr?" Es dauerte einen Weile, bis sie etwas sagen konnte. „Ja..." „Und dann hast du doch sicher irgendeinen Chat auf deinem Laptop, oder?" „Ein Chat?" Schon wieder sah sie so verdutzt aus. Roxas musste kurz auflachen, dann bat er sie um ihr Notizbuch und den Stift. Als er dies hatte, schrieb er einen Internetadresse auf und darunter dann einen Namen. Er zeigte es ihr und erklärte ihr dabei: „Auf dieser Seite kannst du dir so ein Programm runterladen. Es kostet dich auch nicht, du musst dich nur anmelden. Und wenn du das alles gemacht hast, kannst du ein paar Menschen in deine Liste einfügen." Mit diesen Worten deutete er auf den Namen. „Das ist mein Name dort. Wenn du den eingibst, kannst du mich finden."

Überrascht darüber steckte sie das Buch wieder weg und sah dann wieder zu ihm. „Okay..." Erneut verbeugte sie sich und sobald sie wieder aufrecht stand, konnte Roxas sie Lächeln sehen. „Vielen Dank, Roxas." Roxas grinste sie an und wand seinen Blick dann wieder der Straße entlang. „Ich warte in dem Chat auf dich." Nochmals nickend überprüfte sie, ob ihre Tasche auch wieder zu war und zog die Kapuze nochmals tiefer ins Gesicht. Dann lief sie schnellen Schrittes, und ohne sich noch einmal umzudrehen, los.

Einige Sekunden vergingen, bis auch Roxas sich wieder in Bewegung setzte. Er lief den Weg zurück, den er mit ihr entlang gelaufen war. Im Unterbewusstsein prägte er sich den Weg gut ein, doch eigentlich dachte er nur über Geschehene nach. Natsu hatte wirklich eine sonderbare Familie und seltsame Regeln. „Vielleicht darf sie das Haus, wegen dieser Regeln, niemandem zeigen?!" Murmelnd lief er die Straße entlang. Keine Medien, keine Hausbesuche von anderen... Ob es ihr überhaupt erlaubt gewesen war, rauszugehen? Vielleicht hatte sie sich deshalb so aufwendig angezogen, um sich rauszuschleichen. „Ziemlich gewagt..."

„Wir haben sie nicht finden können!" Als Roxas die verärgerte Stimme vernahm, hob er den Kopf und entdeckte die 2 Männer von zuvor, die mit verärgertem Tonfall zueinander sprachen. „Das ist echt komisch. Madame meinte doch, sie wäre abgehauen." „Vielleicht war sie eben woanders. Die Stadt ist groß genug für ein Mädchen." „Ja..." Dann sahen beide plötzlich zu Roxas herüber. Dieser blieb augenblicklich wie angewurzelt stehen und schluckte leise. Die beiden konnten sich bestimmt 1 und 1 zusammenzählen. Roxas war in der Nähe von Natsus Straße, er hatte seine Begleitung nicht mehr dabei und das Schlimmste war noch immer, dass die Männer ja auf dem Dach waren. Schnell musste er sich eine Ausrede einfallen lassen. „Ehm... Verzeihen Sie bitte." Schnell lief er zu den 2. Er hatte sich schon etwas ausgedacht. In Sachen Ausreden war er ziemlich gut. „Könnten sie mir bitte den Weg zeigen? Ich war vorhin noch so verträumt, dass ich nicht darauf achtete, wo ich hinlief." Die 2 sahen sich an und grinsten Roxas dann ungläubig an. „Und wo ist deine Freundin?" Jetzt musste er sich schnell noch etwas einfallen lassen. Es war doch nicht so schwer, 2 Fremde anzulügen.

„Die? Die ist leider schon wieder daheim... Deshalb bin ich ja so verträumt. Wissen Sie, ohne—" Ein Name, schnell, ein Name! „Ohne Josephine kann ich nicht mehr klar denken." Er tat so, als würde er sich dafür schämen, und sah auf den Boden. Er hatte zum Glück einen Namen gefunden. Es war zwar der Name seines Totenschädels, aber das wussten die 2 ja nicht. „Achso?... Frisch verliebt, Kleiner, was?" Die 2 lachten laut auf, und auch Roxas sah es zur Lüge notwendig, leise mitzulachen. „Ja, die Frauen verdrehen und allen den Kopf. Weißt du noch, Toron, wie du der Madame hinterher gelaufen bist, nur, weil sie etwas Lippenstift hatte?" „Du brauchst grad reden, Gorufu, du rennst doch der Kleinen auch immer nach!" „Ach, das ist was anderes; ich vergöttere sie, wie es die Regeln wollen." „Na und?"

Roxas Plan verlief nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Aber gut, die 2 stritten und nahmen keine Kenntnis mehr von ihm. Was wollte er mehr? So schnelle r nur konnte lief er an ihnen vorbei, wünschte beiden noch einen schönen tag, woraufhin die beiden nur knapp antworteten. Sie wollten wohl lieber weiterstreiten. Also lief Roxas schnell weiter. Das war wirklich knapp gewesen. Aber wieso sprachen alle immer von Regeln? Grinsend dachte Roxas wieder an Natsu. „Regeln sind eben doch da, um sie zu brechen."

Kapitel 5:

Als Roxas die Straße, in der er lebte, erreicht hatte, ging bereits die Sonne unter. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es bereits halb 6 abends war. Seufzend streckte sich Roxas, während er die Straße entlang lief. Seine Mutter würde wohl endlich daheim sein; genauso würde sein Vater wieder wach sein. Und selbst wenn nicht, würde Roxas sich sowieso gleich in sein Zimmer verziehen. So tat er es jedes Mal. Er kam heim, begrüßte seine Mutter und lief rasch die Treppen hoch. Manchmal musste er jedoch auch noch kurz zu seinem Vater gehen. Dieser warf ihm meist alle möglichen Dinge an den Kopf,. Darunter auch de Tatsache, dass er seinen Sohn hasste.

Er konnte seinen Vater schon förmlich nach ihm schreien hören. So laut und aggressiv, dass es selbst die Nachbarn noch vernehmen konnten. Doch natürlich kümmerten diese sich wenig darum. Überhaupt kümmerte sich niemand so wirklich darum, was mit Roxas war. Das war schon immer so und würde auch immer so bleiben.

„Und dass ihr mir ja keine Blätter liegen lässt!" Automatisch wand sich Roxas Blick in die Richtung, aus der die strenge Stimme gekommen war. Die Frau von mittags stand, die Arme vor der Brust verschränkt, auf ihrer Terrasse und ließ die Kinder nicht aus den Augen. Wie Roxas es vermutet hatte, hatte die Frau einige Blätter in den Haaren. Und die Kinder ließ sie zur Straffe alle Blätter wieder aufsammeln, die noch auf dem Boden lagen. Eins der Kinder murmelte verärgert, die anderen waren eher still. Die Frau würde sich in Zukunft wohl noch mehrere Streiche gefallen lassen müssen. Schließlich rächten sich eben diese Kinder meist sehr gerne für Bestrafungen.

Eins der Kinder blickte von der Arbeit auf, als Roxas vorbeilief. Es warf ihm einen ängstlichen Blick zu und lief dann schnell zu einem anderen. Dieses machte es auf Roxas aufmerksam. Der kleine Junge sah auf und stellte sich dann vor das kleine Mädchen, Roxas einen finsteren Blick zuwerfend. Dieser grinste die 2 nur schief an und ging dann weiter seines Weges. Was genau so komisch an ihm war, spürte er nicht. Es dürften eher die anderen sein, die ihn komisch fanden. Er selbst fand sich jedoch noch rech normal.

Gerade wollte er schon automatisch die Terrassenstufen zu seinem Haus hoch laufen, als er auch schon die verärgerte Stimme seines Vaters hören konnte. Seine Mutter redete halb beruhigend halb schreiend auf ihn ein, doch da sprang auch schon die Tür auf und sein Vater stand am Türrahmen. Als er seinen Sohn sah, verzog er angewidert das Gesicht und wollte dann loslaufen, als dessen Ehefrau ihm am Arm festhielt. „Lass es, Kuro, du hattest doch schon genug Alkohol!" „Lass los!" Schon an seiner Stimme hörte Roxas, dass er bereits wieder besoffen war. Wahrscheinlich war der Alkohol zu hause ausgegangen und er wollte wieder einmal in die Bar gehen.

Kuro stieß seine Frau weg und lief dann torkelnd die wenigen Stufen runter. Als er an Roxas vorbeiging, ließ er einen verachtenden Ton von sich, dann wankte er die Straße entlang. Roxas ging die Stufen hoch und sah zu seiner Mutter, die ihrem Mann traurig nachsah. Dann fiel ihr Blick auf Roxas. Schweigend ging sie wieder ins Haus und ließ die Tür für ihn offen. Ihr Blick hatte schon verraten, dass sie gleich wieder eine Standpauke halten wollte. Roxas schloss die Tür hinter sich und ging bereits zu den Treppen, als er sie hörte: „Was mach ich nur? Nur wegen dir besäuft er sich jeden Tag, Roxas, weil er von dir als Sohn enttäuscht ist. Wenn du doch nur mal etwas mehr Rücksicht auf uns nehmen würdest, ginge es uns allen viel besser. Denk doch auch mal an uns und nicht immer nur an dich!" Roxas seufzte. Jedes Mal war es dasselbe: Er war der Schuldige. Er trug immer Schuld an dem, was passierte. Würde die Welt untergehen, wäre es wahrscheinlich Roxas Schuld sein. „Hörst du mir überhaupt zu, Roxas? Ach, ständig driftest du ab, wenn man mit dir redet. Du hörst nie jemandem zu. Ach, was mach ich nur? Was mach ich nur?" Leise vor sich hinmurmelnd machte sich seine Mutter dann daran, das Geschirr zu spülen.

Seufzend stieg Roxas die Treppe hinauf. Er wusste genau, dass seine Mutter litt, aber trotzdem fühlte er sich schlecht, wenn sie wieder so redete. Wieso wollte ihn keine so akzeptieren, wie er wirklich war?